Die Ernährung bei Neurodermitis sollte ausgewogen und
vollwertig sein, das heißt mit einem hohen Anteil an
Frischkost, wenig Auszugsmehlen und -zucker und vorwiegend
naturbelassenen Produkten. Von speziellen Diäten ist
abzuraten, sofern nicht Allergien gegen Nahrungsmittel
eindeutig nachgewiesen sind.
Echte Nahrungsmittelallergien sind nur bei einem kleinen Teil
der Neurodermitiker im Spiel (ca. 10-15%), vor allem bei Kindern
bis zum Schulalter. Globaldiäten sind auch für
Nahrungsmittelallergiker nicht sinnvoll, es sollten nur die
wirklich verdächtigen Nahrungsmittel weggelassen werden.
Das einzige wissenschaftlich fundierte Verfahren, eine
Nahrungsmittelallergie nachzuweisen, ist die "Placebokontrollierte
Nahrungsmittelprovokationstestung nach Auslassdiät". Diese
Untersuchung wird unter Betreuung eines Arztes oder einer
Ernährungsberaterin durchgeführt.
Wurden Nahrungsmittelallergene eindeutig nachgewiesen, bedarf es
einer intensiven Diätberatung. Zum Teil werden Kochkurse in
Kliniken oder speziellen Neurodermitisprogrammen angeboten.
Bestehen keine Nahrungsmittelallergien, ist eine ausgewogene
Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse empfehlenswert.
Auf Fertigprodukte, die Farb- und Konservierungsstoffe als Zutaten
enthalten, sollten Sie weitestgehend verzichten, da
Unverträglichkeitsreaktionen auftreten können. Bereiten Sie
Ihre Speisen deshalb möglichst frisch zu.
Untersuchungen haben gezeigt, dass im Blut von Neurodermitikern weniger
ungesättigte Fettsäuren enthalten sind als bei Gesunden. Deshalb
ist die Verwendung von Pflanzenölen sinnvoll, die reichlich
ungesättigte Fettsäuren enthalten. Eine Nahrungsergänzung
mit Nachtkerzensamenöl oder Borretschsamenöl zur Substitution
der vermindert synthetisierten Gamma-Linolensäure kann bei einem
Teil der Patienten zur signifikanten Besserung der Symptomatik führen.
